Das fehlende Puzzleteil

Schon als Kind habe ich gerne gepuzzelt.

Meine Kinder lieben es auch über alles. Am liebsten den ganzen Tag. Immer und immer wieder.

Letztes Jahr habe ich mich an ein Puzzle mit 1000 Stück gewagt. Ob ich es geschafft habe? Unwichtig. Darauf möchte ich nicht hinaus.

Kennt ihr das?

Ihr seid fast fertig mit dem Puzzle und dann fehlt ein Teil? Ein Einziges!

Zum Haare raufen oder auf den Boden stampfen oder doch eher zum Schreien?!

So geht es mir im Moment. 

Irgendetwas fehlt.

Mein Puzzleteil!

 

 

Ja, es ist Herbst.

Die dunkle Jahreszeit beginnt.

Die Menschen werden nachdenklich und sentimental.

Ich mit Sicherheit auch, aber das ist es nicht.

Ich bin zufrieden mit meinem Leben.

Natürlich, irgendetwas kann immer besser sein, aber das stört mich nicht.

Ich versuche das Beste aus dem zu machen, was ich habe.

Mein Leben hat sich seit meinem Jobwechsel beruhigt oder auch entspannt.

Naja, so entspannt wie es mit zwei kleinen Kindern sein kann. ;)  Ich nenne es mal entspanntes Chaos!

Ich habe zwei gesunde Kinder, eine tolle Familie, super Freunde, Zeit für Hobbies, ein Dach überm Kopf. Wobei sich das Letztere gerne mal einen anderen Standort suchen dürfte. Aber das ist ein anderes Thema.

Aber trotz allem, irgendetwas fehlt. 

Nur was?

Habt ihr schon einmal über eine  Adoption nachgedacht? Oder eine Pflegschaft?

Ich ja, schon des Öfteren mal. 

Im Moment ist es mal wieder so weit.

Dieses Thema liegt mir schon seit Jahren auf der Seele.

Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen. 

Ich saß mit meiner Mama bei einem Cappuccino zusammen und wir quatschten.

Sie fragte mich wie viele Kinder ich später gerne einmal hätte. 

Meine Antwort war drei!

Zwei ´Eigene´ und Eines würde ich gerne adoptieren oder zur Pflege aufnehmen. Punkt.

Erinnerst du dich noch, Mama?

Es gibt so viele Kinder auf dieser Welt, die ohne Familie aufwachsen oder nicht die Liebe bekommen, die sie verdienen.... Diese vielen Schicksale. Die Kinder, denen geholfen werden muss. Wenn man es kann...

Dadurch dass ich letztes Jahr eine Zeit lang in der Flüchtlingshilfe mitgeholfen habe, habe ich viele Menschen mit schlimmen Schicksalen und Erlebnissen kennengelernt. Man hat das Bedürfnis allen helfen zu wollen, was natürlich nicht geht und jetzt wo ich wieder arbeite, fehlt mir einfach die Zeit.

Ende letzten Jahres habe ich eine Frau kennengelernt, die mit dem Jugendamt zusammenarbeitet.

Sie ist quasi eine Notfallanlaufstelle, wenn Kinder schnell aus einer Familie herausgenommen werden müssen, aus welchen Gründen auch immer.

Ihre eigenen Kinder sind schon aus dem Haus und sie suchte nach einer neuen Aufgabe, neben dem Job.

Ich ziehe den Hut vor dieser Frau.

Ich persönlich wäre kein Mensch für diese Aufgabe.

Das andauernde Kommen und Gehen der Kinder, die vielen Schicksale. Das würde mich zerreißen!

Davon ab habe ich zwei kleine Kinder, für die so eine Situation auch nicht tragbar wäre. Dafür sind sie noch zu jung.

Wenn, dann käme für mich nur eine dauerhafte Pflegschaft oder eine Adoption in Frage. Aber ist es das?

Wäre ich für so eine Aufgabe bereit?

Kann man dafür überhaupt bereit sein?

Ich finde es ist wie in der Schwangerschaft. Man weiß nie was einen erwartet, was aber nicht schlecht sein muss. 

Ich weiß es nicht. So eine Entscheidung muss gut durchdacht sein. 

Das wäre eine Entscheidung fürs Leben, für immer. Aber ist es das? 

Es ist einfach dieses Gefühl.

Irgendetwas fehlt!

Als wäre man nicht vollständig.

Ein Puzzleteil fehlt!

Mein Puzzleteil!

 

 

 

Schreibt mir doch gerne eure Gedanken und Erfahrungen in Bezug auf dieses Thema oder kommentiert unter dem Beitrag. Ich würde ich sehr freuen.

Macht´s gut.

 

 

 

 

 

 

 

 

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